Mit der QV-Feier im Fürstenlandsaal in Gossau hiess die Ostschweizer Gastrobranche ihre neuen Berufsleute willkommen. Welche Farbe aktuell die liebste ist, braucht man bei den Absolvent:innen der Gastroberufe nicht zu fragen. Die Antwort liegt auf der Hand.
Die BWZT-Köchinnen Nina Roth und Flavia Moser sehen rot – und sind überglücklich darüber. «Wir haben bald das rote Heft in der Hand», freut sich Flavia Moser während der Rede auf der Bühne im Gossauer Fürstenlandsaal. Nach bestandener EFZ-Lehre erhalten die Gastro-Lernenden den offiziellen Notenausweis und das Fähigkeitszeugnis, ausgestellt vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und dem jeweiligen Kanton unverkennbar in elegantem Rot. Die EBA-Absolvent:innen freuen sich derweil über das offizielle Dokument in Blau.
Nina Roth und Flavia Moser dankten den Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern. «Ohne euch würden wir alle nicht hier oben stehen. Ihr habt uns an einem schlechten Tag aufgerappelt und euch Zeit für uns genommen», sagte Nina Roth. Das sei nicht selbstverständlich, ergänzte Flavia Moser. Beide hoffen mit einem Augenzwinkern, dass die Berufsbildner:innen noch genügend Nerven für die Unterstift:innen haben.
Freunde geworden
Auch die GBS-Restaurantfachfrauen Elin Rechsteiner und Jana Vetsch rückten das rote Büchlein vor den gut 1000 Gästen in den Mittelpunkt. «Das ist für uns alle ein wichtiger Meilenstein», so Elin Rechsteiner. Sie erklärte: «Das Abschlusszeugnis zeigt, dass wir für den nächsten Schritt bereit sind. Wir haben ein starkes Fundament für alles, was im Berufsleben als Nächstes kommt.» Die beiden richteten den Dank an die Lehrpersonen und üK-Leiter:innen. Sie hätten nicht nur Fachkompetenzen vermittelt bekommen, sondern auch viel über Zusammenhalt, Teamarbeit und den Berufsalltag gelernt.
Die Restaurantfachfrauen erinnerten sich an den ersten Schultag vor drei Jahren zurück. Die Gefühlslage bewegte sich irgendwo zwischen Nervosität und Neugier. «Die damals noch fremden Gesichter sind zu einer lebhaften Klasse zusammengewachsen. Es sind Freundschaften entstanden», sagte Jana Vetsch.
Social Skills Award
Der starke Zusammenhalt innerhalb der Klasse war ein wichtiger Baustein für den erfolgreichen Abschluss. Aus diesem Grund verlieh die Emil Nüesch Stiftung erneut den Social Skills Award an Lernende, die sich durch besondere Sozialkompetenz auszeichnen. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden von ihren Klassenkameradinnen und Klassenkameraden gewählt und überzeugten insbesondere durch ihre Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit sowie ihre Kritik- und Konfliktfähigkeit.
Dank an Tinka und die Sponsoren
Ohne die Live-Musik von Tinka und die Unterstützung der verschiedenen Sponsoren könnte die QV-Feier nicht in diesem festlichen Rahmen über die Bühne gehen. Stellvertretend für alle Sponsoren wurden dieses Jahr Donat Osterwalder von Transgourmet/Prodega und Fabrizio De Luca von Turm Kaffee auf die Bühne gebeten. Im Interview mit dem Moderationsduo Martina Knaus-Wick (BWZ Toggenburg) und Martin Erlacher (GBS St.Gallen) sagte Donat Osterwalder: «Ihr habt in euren Berufen super Chancen.» Er finde es schön, mitzuerleben, wie schnell man sich im Gastgewerbe entwickeln kann. «Lernende, die an der Hand ihres Berufsbildners in einen Transgourmet-Markt einkaufen waren, kaufen mittlerweile als Küchenchefs selbst ein.»
Während Transgourmet die Schweizer Meisterschaft «gusto» für Kochlernende ausrichtet, lädt Turm Kaffee die Restaurantfachleute zur «Turm Trophy». «Wir wollen den Lernenden eine Plattform geben, um ihre Leidenschaft weiterzuentwickeln. Handwerk ist wichtig, Handwerk zählt.»
Diese Aussage unterstützt Gossaus Stadtpräsident Wolfang Giella. In seinem Grusswort sagte er zu den Absolvent:innen: «Qualität wird von den Gästen geschätzt – und dafür braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Sie haben Ausdauer bewiesen, Verantwortung übernommen und gelernt, auch in hektischen Situationen Ruhe zu bewahren.»
Ein neuer Lebensabschnitt beginnt
In den vergangenen Jahren las Wolfgang Giella in den Medien immer wieder vom Fachkräftemangel im Gastgewerbe. Er zitierte Schlagzeilen wie «Gehen uns die Köche aus?». Ebenso würden Berichte über Restaurants, die wegen Personalmangels schliessen müssen, zeigen, wie herausfordernd die Situation für die Branche ist. «Umso erfreulicher ist es, heute den Lehrabschluss so vieler junger Berufsleute feiern zu dürfen. Sie sind wichtig für die Zukunft des Gastgewerbes», betonte Stadtpräsident Wolfgang Giella.
Ein herzlicher Dank galt auch den Berufsbildner:innen sowie den Ausbildungsbetrieben, die sich mit grossem Engagement für die nächste Generation von Fachkräften einsetzen. Ebenso würdigte Wolfgang Giella die Unterstützung der Eltern und Familien, die ihre Angehörigen während der Lehrzeit begleitet und bestärkt haben.
Die roten und blauen Büchlein wurden auch in der Rede von Wolfang Giella angeschnitten. Er sagte: «Mit dem Abschluss beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Bleiben sie neugierig, hinterfragen sie sich immer wieder kritisch selbst und bewahren sie die Freude am Beruf.» Mit ihrer Arbeit würden die Absolvent:innen den Gästen Aufmerksamkeit schenken und das Gefühl geben, willkommen zu sein. «Dieser persönliche Service und diese Gastfreundschaft macht das Gastgewerbe besonders wertvoll.»
Text und Bilder: GBS St.Gallen
